Typologie der Träume. Krisenpädagogische Traumarbeit Vergrößern

TYPOLOGIE DER TRÄUME

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TYPOLOGIE DER TRÄUME
KRISENPÄDAGOGISCHE TRAUMARBEIT

Von Prof. Dr. Bijan Amini | BellingsBooks Verlag

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ISBN 978-3-9523794-3-1 | Preis in EUR: 24.80

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200 Artikel

Publikation verfügbar

27.00 CHF

Technische Daten

BuchqualitätSoftcover
SpracheDeutsch
Seiten220

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Im Mittelpunkt dieses neuesten Werks der Krisenpädagogik (erschienen Okt. 2016) steht die Arbeit mit Träumen, und zwar aus der Sicht der Krisenpädagogik. Das ist keine Therapie für Kranke, sondern eine Beratung bzw. Coaching für alle Menschen, die in einer schwierigen Lebensphase stecken oder unter einer belastenden Krise leiden. In diesem Vorfeld von Medizin einerseits und Psychotherapie andererseits kann die Krisenpädagogik rasche und effektive Hilfe leisten, und das durch zwei Gespräche. Das erste dient der Klärung des Problems, das zweite der Lösungsfindung durch Traumarbeit. Dass nach dem ersten Gespräch bewusst und suggestiv ein Traum hervorgerufen wird, dessen Deutung zur Lösung und Heilung führt, betrachtet die Krisenpädagogik als ihre methodische Leistung und eine wirkungsvolle Entdeckung.

Kerngedanke 1: In jedem von uns existiert ein umfassendes Wissen über unser Sein, Wirken und Werden. Dieses Wissen steht uns nur im Traum zur Verfügung, aber nicht im Wachzustand. Während unser Ich in der realen Welt herumirrt, Erfahrungen macht und seinen Weg durch Berg und Tal zu finden sucht, weiß die innere Weisheit, welcher Weg für uns der richtige ist. Ist das Ich einmal in schwerer Not (z.B. Krankheit oder Krise), so meldet sich die innere Weisheit in helfender und heilender Absicht und sendet Träume, und wir bekommen Hinweise zur Lösung oder Heilung. Sobald wir aber aufwachen, können wir uns an den Trauminhalt kaum oder allenfalls nur bruchstückhaft erinnern. Das Paradoxe ist, dass uns die Botschaft eigentlich nicht fremd sein kann. Denn sie kommt ja von unserem eigenen Selbst, mit dem wir in der Traumwelt vertraut – traumvertraut – sind. Die Kernaufgabe der Deutung ist, hinter die Traumvertrautheit zu schauen und aus ihr die reale Vertrautheit herauszulesen.

Kerngedanke 2: Traumdeutung ist eine kreative Arbeit. Alle Traumelemente (Orte, Gegenstände, Personen, Gestalten, Tiere, Handlungen, gesprochene Sprache, Farben usw.) sind in der Regel unecht und irreführend. Ein Haus im Traum steht nicht für das reale Wohnhaus. Eine so direkte Entsprechung ist höchst selten. Die Mutter im Traum steht nicht für die leibliche Mutter, sondern sie ist im Fallbeispiel 2 eine Stellvertreterin für die Gebärmutter, und im Fallbeispiel 9 für die Schwiegermutter. Offenbar hilft es bei der Traumdeutung, hinter jedes Wort zu schauen. Der Traum ist eine Art Puzzle, das uns auffordert, die Teile so lange zusammenzulegen, bis ein sinnvolles Gesamtbild entsteht. Darum ist die Traumdeutung eher eine Kunst als exakte Wissenschaft. Ich habe keine Rezepte und halte auch nichts von den vielen Kompendien, in denen man ganze Listen findet, welcher Gegenstand im Traum welcher Bedeutung in der Realität eins zu eins entspricht. So einzigartig jeder Mensch ist, so einzigartig sind auch seine Träume. Dieser Tatsache muss jede Traumdeutung Rechnung tragen.

Kerngedanke 3: Zuverlässig und echt im Traum sind einzig und allein die Gefühle der träumenden Person, und zwar sowohl während des Traums als auch nach dem Aufwachen. Gefühle spiegeln unverfälscht wider, was uns die innere Weisheit sagen will, und wir sind im Traum sogar in der Lage, trotz aller Verzerrung und Verrätselung zu fühlen, was gemeint ist. Nicht einmal der Tod, der ja gewöhnlich schreckliche Gefühle hervorruft, hat dieselbe Wirkung im Traum. Im Fallbeispiel 11 träumt eine Frau, dass sie in Begleitung stirbt, und sie sagt, das sei ein wunderschönes Gefühl gewesen. Eben dieses Gefühl gibt bei der Traumdeutung den entscheidenden Wink, welcher Pfad zur richtigen Bedeutung des Traums führt. Daher stelle ich meinen Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartnern sowohl bei der Bewusstseinsarbeit als auch bei der Traumdeutung oft die Frage: Wie hat sich Ihre Seele dabei gefühlt?

ÜBER DEN AUTOR

Prof. Dr. Bijan Amini (Jg. 1943) ist Erziehungswissenschaftler und war 32 Jahre an der Universität Kiel tätig. Bekannt geworden ist er durch seinen Hauptartikel in der Enzyklopädie Erziehungswissenschaft und einen umfangreichen Beitrag im Handbuch Schule und Unterricht. Prof. Amini ist Verfasser von zehn Monographien und zahlreichen wissenschaftlichen Beiträgen in pädagogischen Fachbüchern.

Das Hauptwerk von Prof. Amini ist die Krisenpädagogik, ein neues Forschungsfeld, das er 1992 gegründet hat. Krisenpädagogik ist Theorie und Praxis der Krisenbewältigung und seit 2001 in der Erziehungswissenschaft verankert.

Bijan Amini war Gastprofessor in den USA und Mitinitiator des Studiengangs Change Management an der Fachhochschule Vaduz (Liechtenstein). Von 1997 bis 1999 war er Präsident der Deutschen Gesellschaft für Logotherapie und Existenzanalyse. Er ist Mitbegründer und amtierender Vizepräsident der Europäischen Gesellschaft für Krisenpädagogik.